Vizemeisterschaft 2006 2014
Ladies Bowl Champion
2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2015 2016

Mittwoch, 17 September 2014 14:17

Berlin Kobra Ladies schlagen Munich Cowboys Ladies deutlich

geschrieben von 

77 zugelassene Offense Yards, 2 Interceptions, 343 selbst produzierte Yards auf der Haben Seite. Nur drei von vielen beeindruckenden Zahlen des vergangenen Halbfinales um die Deutsche Meisterschaft zwischen den Berlin Kobra Ladies und den Munich Cowboys Ladies.

Mit großer Anspannung und Konzentration ging es für die Berlin Kobra Ladies in dieses lang erwartete und akribisch vorbereitete Spiel. Insgesamt sechs Wochen lang wurden die Spielerinnen von ihren Trainern auf den Gegner vorbereitet. Wie wichtig diese Vorbereitung war, zeigte sich direkt im ersten Drive. Nach verlorenem Coin Toss waren die Berlinerinnen zunächst mit der eigenen Defense auf dem Feld. Wie erwartet marschierten die Münchenerinnen über das Feld. Bei 1st Down und Goal to go bedurfte es einer grandiosen Defense Leistung, um die ersten Gegenpunkte zu verhindern. Viermal versuchten es die Coyboys Ladies – viermal vergeblich. Die Berlinerinnen übernahmen den Ball an der eigenen 9-Yard Linie.

Viel zu nah an der eigenen Endzone, befand Runningback #24 Suse Erdmann. Folgerichtig nahm sie den Ball und die Beine in die Hand und konnte auf den vor ihr liegenden 91 Yards nicht gestoppt werden. 6:0 für Berlin. Die anschließende Two-Poin-Conversion schlug leider fehl.

München setzte in der frühen Phase des Spiels weiterhin aufs Laufspiel. Erneut konnte die Defense der Kobra Ladies erst nach etlichen Yards Raumgewinn die Cowboys Ladies stoppen und übergab den Ball der eigenen Offense an der Kobras 23 Yard Linie. Sechs Plays später war es erneut Runningback Suse Erdmann, die ein Lächeln in das Gesicht ihres Offense Coordinators zaubern konnte. Nach erneut verpasster Conversion stand es 12:0 für die Kobra Ladies.

Der Raumgewinn der Cowboys Ladies war dem Defense Coordinator der Berlinerinnen ein Dorn im Auge und so wurde die Defense kurzerhand umgestellt – mit Erfolg. Drei Spielzüge später mussten die Cowboys Ladies den Ball per Punt abgeben. Dieser wurde bis an die 16 Yard Linie der Cowboys zurückgetragen und die Kobra Ladies waren damit in hervorragender Feldposition. Ein Play später hieß es 18:0. Erneut war Suse Erdmann mit einem ihrer kraftvollen Läufe erfolgreich. Zu diesem Zeitpunkt war noch kein ganzes Quarter gespielt.

In der Folgezeit passierte auf beiden Seiten des Balles nicht viel. Erst kurz vor Ende des zweiten Quarters waren die Berlinerinnen erneut erfolgreich. Free Safety #2 Christina Schmidt beendete einen der wenigen Passversuche der Cowboys Ladies in der eigenen Hälfte und trug diesen über 41 Yards bis an die gegnerische 20-Yard Linie zurück. Den folgenden Drive schloss QB #11 Silvana Friese mit einem schönen 7-Yard Touchdown Pass auf WR #21 Christina Schampel ab. Nun klappte auch die Conversion und man ging mit einem 26:0 in die Halbzeit.

So beruhigend der Vorsprung auch war, wollte man auf Seiten der Kobra Ladies den Cowboys Ladies keine Chance mehr geben, in das Spiel zurückzufinden. Dementsprechend ernsthaft waren die Halbzeitansprachen der Coaches.

Und sie zeigten die gewünschte Wirkung. Weiterhin konzentriert gingen die Spielerinnen ans Werk. WR Christina Schampel trug sich dann auch prompt ein zweites Mal in die Scorer-Liste ein. Von Silvana Friese mustergültig über 17 Yards angespielt erzielte sie den nächsten Touchdown.

Suse Erdmann hatte ebenfalls noch nicht genug. Sie bereitete sich ihren nächsten Touchdown kurzerhand selber vor. Da die Cowboys Ladies immer häufiger gezwungen wurden, den Ball zu werfen, lauerte Erdmann nur auf ihre Chance. Nach einer gefangenen Interception blieb sie gleich auf dem Feld und trug mit ihrer Offense und der heute hervorragend aufgelegten Offense Line den Ball über 13 Yards in die Endzone. Der Endstand von 38:0 war hergestellt.

Stimmen zum Spiel:

Head Coach Tom Balkow: „Unfassbar. Was ich hier heute sehen und miterleben durfte, war zeitweise atemberaubend. Unsere Offense Line hat mich heute extrem überzeugt und unsere Defense Line hat ein Spiel abgeliefert, wie ich es nicht erwartet hätte. Uns war klar, dass der Laufangriff der Cowboys schwer zu knacken sein würde. Was meine Spielerinnen da auf das Feld gezaubert haben, ist schon bemerkenswert. Wie wichtig alle Spielerinnen als Einheit sind, erkennt man, wenn man auf die Statistiken schaut. 14 Spielerinnen stehen in meiner Defense Statistik mit Tackles oder Assists. Wir haben aus dem Spiel heraus nur 6 First Downs zugelassen. Ich habe heute fast nichts zu meckern an dieser Leistung. Nur die Ausbeute der Two-Point Conversions ärgert mich ein wenig. Hier haben wir insgesamt 10 Punkte liegen lassen. Das darf uns im Finale nicht passieren, denn da wird gegen starke Mülheimerinnen jeder Punkt entscheidend. Außerdem müssen wir unsere Strafen analysieren. Zweimal hatten wir die Cowboys im vierten Versuch und schenkten durch Strafen zwei First Downs her. So etwas ist total unnötig.“

Offense Coordinator Sven Endruhn: „Ich hätte nie gedacht, dass wir dieses Spiel in dieser Deutlichkeit gewinnen würden. Nach dem schnellen Touchdown hatten wir das Momentum auf unserer Seite. Punkten wir im ersten Drive nicht, hätte das Spiel ganz anders aussehen können. So bin ich natürlich sehr glücklich, wie das Spiel verlaufen ist. Zumal wir den Unsicherheitsfaktor Flag Football Weltmeisterschaft im Vorfeld mit einplanen mussten. Suse Erdmann und Christina Schampel waren erst am Morgen aus Italien gelandet und zum Team gestoßen, hatten bei der Flag Football WM gerade 8 Spiele in drei Tagen hinter sich gebracht. Es war vorher nicht klar, wie fit beide sein würden. Dass ausgerechnet die beiden hier alle Punkte machen, war nicht zu erwarten.“

Tom Balkow zum bevorstehenden Finale und der Frage, wie es ist, als Favorit in dieses Spiel zu gehen: „Favorit? Nein, das sehe ich nicht so. Sicherlich mag man glauben, dass wir die letzten sieben Titel gewonnen haben und auch in der regulären Saison den Shamrocks in unserem Rückspiel eine deutliche Niederlage beigebracht haben. Wer daraus eine Favoritenrolle herauslesen möchte, soll das tun. Wir tun das nicht. Auch wenn es für viele Shamrocks das erste Finale ihrer Karriere ist, so ist Coach Claudia Baack doch sehr erfahren und sie wird ihr Team schon intensiv vorbereiten und auf das Spiel einstellen. Ich rechne mit neuen Spielzügen, Formationen und Spielerinnen, die auf einmal auf neuen Positionen auftauchen. Nein der Favorit sind wir sicherlich nicht. Ich habe bereits vor dem Finale gesagt, dass ich alle Halbfinalisten auf Augenhöhe sehe und jedes Team die Chance hat, diesen Titel zu holen. Wir werden uns erneut gut vorbereiten, viele Videos scouten, jede Spielerin der Shamrocks detailliert analysieren und unseren Spielerinnen in Video Meetings vorstellen. Dazu werden wir intensiv auf dem Platz trainieren und uns auch noch mit einem Berliner Herrenteam in einem Zusatztraining mit dem Fokus Kraft und Geschwindigkeit auf diesen Gegner vorbereiten. Wenn wir am Freitag vor dem Finale nach Crailsheim fahren, werden wir bereit sein, unsere Chance zu nutzen.“

Fotos zum Spiel gibt es bei One Eye View. Vielen Dank an Jan Baldszuhn für die tollen Bilder.

Letzte Änderung am Mittwoch, 17 September 2014 14:36

Schreibe einen Kommentar

Achten Sie darauf, die erforderlichen Informationen einzugeben (mit Stern * gekennzeichnet).
HTML-Code ist nicht erlaubt.

Ladiesfootball