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Montag, 06 Oktober 2014 11:06

Berlin Kobra Ladies Vize-Meister 2014 – Rückblick und Ausblick

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Nach einer durchaus erfolgreichen Saison 2014 standen die Berlin Kobra Ladies den Mülheim Shamrocks im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft, dem Ladiesbowl, gegenüber. In einem intensiv und fair geführten Spiel im baden-württembergischen Crailsheim erwiesen sich die Damen aus Nordrhein-Westfalen als der erwartet schwere Gegner.

Die Kobra Ladies konnten zu keiner Zeit des Spiels ihr gefürchtetes Laufspiel etablieren. Auf der anderen Seite stand die Defense der Berlinerinnen einer hervorragend eingestellten Offense der Mülheim Shamrocks gegenüber. Ehe man es sich versah, lang man bereits zur Halbzeit mit 0:20 zurück. Diesem Rückstand lief man bis zum Ende des Spiel hinterher und vermochte ihn nicht mehr zu drehen. Mit 22:52 musste man sich den Shamrocks geschlagen geben. Wir haben uns mit Head Coach Tom Balkow zur Spielanalyse getroffen.

Berlin Kobra Ladies Webteam: Coach Tom zuerst einmal herzlichen Glückwunsch zum Vizemeister Titel. Man muss die Frage stellen: Woran lag es?

Tom Balkow: Zuerst einmal möchte ich auf diesem Wege erneut den Mülheim Shamrocks zum Titel gratulieren. Sie haben eine großartige und überzeugende Saison gespielt und den Titel absolut verdient. Wer so geschlossen und motiviert in einem Finale auftritt, ist ein würdiger Meister. Woran es gelegen hat? Nun, mit einer guten Woche Abstand, die ich auch gebraucht habe, fällt es mir immer noch schwer, das Geschehen zu analysieren. Ich konnte mir auch bis heute das Video des Spiels noch nicht anschauen. Ich habe mir selber eine Woche Auszeit verordnet, um die Saison zu verarbeiten. Am Ende waren wir wohl einfach mit dem Kopf einfach nicht da. Wir haben individuelle Fehler gemacht, die uns in der ganzen Saison nicht passiert sind. Verpasste Blöcke, verpasste Tackles, nicht gefangene Bälle. Bei uns lief von Beginn an nichts zusammen. Wenn Du dann so schnell in Rückstand gerätst wird es schwer, sich da wieder herauszumotivieren. Mülheim war deutlich konzentrierter auf dem Platz und hat unsere Konzentrationsschwäche eiskalt ausgenutzt.

BKL: Wart ihr euch im Vorfeld zu sicher? Wer siebenmal gewinnt, gewinnt auch ein achtes Mal?

TB: Nein das würde ich so nicht unterschreiben wollen. Sicherlich waren wir zuversichtlich, dass wir dieses Spiel gewinnen können, zumal wir uns an das Rückspiel der regulären Saison erinnert haben, in dem wir Mülheim deutlich schlagen konnten. Und natürlich waren wir überzeugt von uns. Es wäre auch fatal gewesen, wären wir nicht voller Zuversicht in dieses Spiel gegangen. Aber ich habe meinen Spielerinnen auch gesagt, zwischen Zuversicht und Sicherheit liegen 48 Minuten harte Arbeit. Man muss anerkennen, dass Mülheim einfach ein Stück härter gearbeitet hat.

BKL: Inwieweit hat sich die vielleicht fehlende Erfahrung bemerkbar gemacht?

TB: Da gibt es zwei Seiten. Zum einem haben wir natürlich viele Spielerinnen gehabt, die zum ersten Mal in ihrem Leben in einem Endspiel gestanden haben. Da ist eine gewisse Nervosität nicht von der Hand zu weisen. Insgesamt 13 Rookies standen in unserem Kader während der Saison. Dem entgegen standen diverse Abgänge erfahrener Spielerinnen. Aber das ist jedes Jahr so und wird auch zukünftig immer so sein. Auf der anderen Seite hatten wir genügend Kobra Ladies, die das Gefühl eines Finales kennen. Für mich und einige meiner Coaches war es auch das erste Finale und natürlich war dies auch für uns ein anderes Spiel als während der Saison. Ich kreide mir persönlich natürlich diese Niederlage auch an, weil es mir nicht gelungen ist, die Mannschaft so einzustellen, dass sie mit freiem Kopf und ohne Nervosität in das Spiel gehen.

BKL: Wie bewertest Du in der Summe die Saison?

TB: Absolut positiv! Wir haben die Saison unter denkbar ungünstigen Bedingungen begonnen. Der erwähnte Aderlass an Spielerin, die Integration neuer Spielerinnen, die Zusammenstellung des neuen Coaching Staffs, dazu haben wir auf beiden Seiten des Balles neue Spielsysteme eingeführt. Nach der Auftaktniederlage der Saison in Mülheim haben, so glaube ich, viele gedacht, dass es nun vorbei sei mit der Dominanz und der Erfolgsgeschichte der Berlin Kobra Ladies. Was wir daraus gemacht haben und wie wir teilweise beeindruckende Siege feiern konnten, hat wahnsinnig viel Freude bereitet und lässt mich positiv in die Zukunft blicken. Alle meine Spielerinnen und auch meine Coaches haben sich in 2014 enorm weiterentwickelt und daran wollen wir auch 2015 arbeiten.

BKL: Das bedeutet, du bleibst auch in der kommenden Saison an Bord?

TB: Selbstverständlich. Ich bin kein Fan von kurzfristigen Engagements und es war für mich relativ früh klar, dass ich hier bleiben und dieses Programm auf- und ausbauen will. Ich habe mich für weitere zwei Jahre an den Verein gebunden und wenn das Team mich haben möchte, dann bleibe ich auch noch ne ganze Weile darüber hinaus.

BKL: Und dein Trainerstab? Wie sieht es mit dem aus?

TB: Auch hier bin ich enorm zufrieden, dass insgesamt 5 der 6 Coaches auch in 2015 weiterhin an der Sideline stehen. Wir haben es darüber hinaus geschafft, unseren Staff noch weiter auszubauen und zu professionalisieren. Wir werden mit mindestens zehn Trainern in die neue Saison gehen und verhandeln derzeit noch mit drei weiteren Coaches.

BKL: Das ist ein ungewöhnlich großer Staff. Wer wird dabei sein?

TB: Die neuen Trainer werden zuerst dem Team vorgestellt. Hier bitte ich um Verständnis, dass ich erst bei unserem Open-House-Meeting am 25.10.2014 die Namen verkünde und die Coaches dem Team vorstelle.

BKL: Stichwort Open House Meeting. Was haben die Spielerinnen und Fans der Berlin Kobra Ladies denn zu erwarten?

TB: Wir werden an diesem Tag für unsere Spielerinnen und interessierte Rookies unser Programm für das kommende Jahr vorstellen. Wir wollen die für uns durchaus erfolgreiche Saison 2014 aufgreifen und daran anknüpfen. Wir werden unser Training ein wenig verändern, dazu durch den großen Coaching Staff intensiver in kleinen Gruppen arbeiten und uns noch stärker um die Ausbildung der Rookies kümmern. Wir haben jetzt bereits drei Neuverpflichtungen für 2015 und erwarten bei dem Meeting sowie zu unserem ersten Training am 30.10.2014 ebenfalls ein paar Neulinge. Wie jedes Jahr gibt es ein paar Abgänge, die bereits feststehen. Andere Spielerinnen, die noch am Überlegen sind, ihren Helm an den Nagel zu hängen, hoffe ich, mit dem Programm vielleicht nochmal für ein weiteres Jahr motivieren zu können.

BKL: Und wie geht es dann weiter?

TB: Am 30.10. ist offizielles Probetraining für alle. Ab dem 03.11. geht’s dann wieder in die Saisonvorbereitung für 2015. Erstes Etappenziel ist dabei sicherlich der Januar, der die harte Konditions- und Kraft-Phase abschließen wird. Dann arbeiten wir uns fleißig weiter bis zum Trainingslager im April.

BKL: Und wo soll es in der Saison hingehen?

TB: Unser Ziel kann nur die erneute Teilnahme am Ladiesbowl sein. Alles andere ist für mich und meine Coaches nicht akzeptabel.

BKL: Klingt wie eine Kampfansage….

TB: Ist es auch. Ich bin gespannt, wie die Liga in 2015 aussehen wird und ich hoffe inständig, dass noch einige Teams aus der DBL2 im kommenden Jahr in der DBL melden. Klar ist aber auch, dass wir erfolgreich Football spielen wollen. Mülheim ist nun das gejagte Team und wir werden alles daran setzen, ihnen diesen Titel wieder wegzunehmen. Das wird sicherlich auch das Ziel einiger anderer Teams sein. Es dürfte erneut eine spannende Saison mit hoffentlich ein paar mehr regulären Saisonspielen werden, an deren Ende wir den Pokal natürlich wieder in die Luft stemmen wollen.

BKL: Vielen Dank für das ausführliche Gespräch und viel Erfolg für die kommende Saison.

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